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BLUE PEARL
7. August 2004

Markt in Airle Beach

Die vor uns gestapelten Bananen waren noch grün, und entsprechend zur Ergänzung unserer Vorräte geeignet.
Ich forderte Anita auf, einige Kilos zu kaufen, da wir davon ausgehen konnten, dass es sich um frische einheimische Früchte handelte.
Neben mir äusserte sich eine Frau in Schweizerdeutsch, dass wir hier die besten Bananen kriegen, und die Verkäuferin unseren Dialekt spreche, da sie auch aus der Schweiz sei.....
Damit war die Bekanntschaft mit Ingrid und Kurt, die sich vor vier Jahren hier in Airlie Beach angesiedelt haben, besiegelt.
Als wir uns einige Minuten später von ihnen verabschiedeten, waren wir für den nächsten Tag verabredet.
Wie so oft veränderte sich unsere Situation kurzfristig und grundlegend, mit den neuen Bekantschaften haben sich uns die Whitsundays geöffnet.

 
BLUE PEARL
11. August 2004

Napoleons“

Wir hatten am frühen Nachmittag die Butterfly Bay geentert, und dort entgegen unserer Erwartung eine Anzahl freier Moorings vorgefunden.
Während wir das Grossegel auftuchten, um es mit der Persening gegen die agressive Sonne zu schützen, entdeckten wir die SYDNEY SUNDANCER auf der Anfahrt zur Bucht.
Dieses Treffen war nicht vereinbart und führte zu einem lockeren Abend im Cockpit der BLUE PEARL. Lynne und John`s freundliche und offene Art, sowie unsere gemeinsamen Interessen, führten dazu, dass wir uns in ihrer Gesellschaft wohl, wie mit alten Freunden fühlten.
Bevor wir uns am Freitag nach Airlie Beach auf den Weg machten, trafen wir in der benachbarten Manta Ray Bay wohl auf eine der eindruckvollsten Unterwasserwelten der Whitsunday`s.
Nebst den unbeschreiblich schönen Korallen, sahen wir auch viele Rifffische in jeder Grösse.
Angeführt von zwei „Napoleons“. (über einen Meter lange Fische, deren Gewicht dreissig Kilo leicht übersteigt.)
An Menschen gewohnt, hatten sie es nicht eilig zu verschwinden. Während sie vor uns herschwammen, legten sie sich leicht zur Seite, um uns nicht aus ihrem Blickwinkel zu verlieren.

 
BLUE PEARL
August 2004

Whitsunday's
Ingrid und Kurt sind begeisterte Taucher.
Sie frönten diesen Sport an den schönsten Plätzen der Welt. In den letzten Jahren haben sie auch in Australien Hunderte von Tauchgänge absolviert.
Im Verlauf des Sonntags zeigen sie uns verschiedene sehenswerte Plätze ihrer neu gewählten Heimat.
Am meisten imponierte uns jedoch das "Wildlife" um ihr Haus.
Am Abend erhielten wir dort Besuche von Papageien "Lorikeets" und Laughing Kookaburras. Während wir ein Kängruh beobachteten das im Garten graste, zog laut schreiend ein Schwarm Kakadus über das Haus hinweg.

Nachdem wir uns an einem riesigen gegrillten Steak gesättigt hatten, zeigte uns Ingrid in einem Film, dass das Tierleben in ihrem Garten wesentlich mehr zu bieten hat als das, was wir im Verlaufe des Abends erlebt hatten. Auf diese Weise wurden wir Zeuge, wie eine große Schlange an der Dachrinne hängend, einen Lorikeet würgte, und ihn anschließend verschlang.
Weitere Filme zeigten die Unterwasserwelt im Barrier Reef, womit sie eindrücklich ihre diesbezüglichen Erlebnisse dokumentierten..........

Inzwischen haben wir auch die nördlichen Inseln der Whitsunday's besucht, unter ihnen, die allseitig beliebte Blue Pearl Bay. Die Unterwasser Fauna ist dort bei guter Sicht, besonders vielfältig.

 
BLUE PEARL
28. August 2004

Bait Reef
Rückblickend auf die letzten drei Wochen sind die Erlebnisse, komprimiert auf engstem Raum in den Whitsunday's, kaum mehr zeitlich und räumlich auseinander zu halten.
Wir hatten einige Tage zusammen mit Rolf und Leni an den schönsten Plätzen der Region verbracht. Zudem hatte sich unser Kurs wiederholt mit dem der Sydney Sundancer gekreuzt. Die gemeinsamen Interessen am Schnorcheln und Tauchen führten uns zu diesen nicht geplanten Treffen, und immer zu einem "Sundowner" auf einer der Jachten.

Mit dem Bait Reef hatten wir nun die Whitsunday's hinter uns gelassen. Der Aufbruch zu dem nur knapp zwanzig Meilen nördlich liegenden Riff war etwas umstritten, da der Südostwind mit 15 Knoten, bei Tidenhoch einiges an Schwell versprach. Nachdem der Entschluss zur Weiterreise gefasst war, drängte es mich, mit Kurs Nord, auch wieder Ordnung in die räumlichen Verhältnisse zu bringen.

Das Bait Reef wird bei günstigen Bedingungen regelmäßig von Kommerzial- und Privatyachten besucht, bleibt aber der Masse von Charteryachten vorenthalten. So lagen in der Nacht nur zwei weitere Jachten an den dafür verankerten Moorings.
Verschiedene ‚Bommies' (Korallenköpfe) die zum Teil bis zwanzig Meter in die Tiefe reichen, bieten die besten Voraussetzungen für dieses vielgeschätztes Tauchparadies.
Just als wir am nächsten Morgen für den ersten Tauchgang bereit waren, enterten John und Lynne ....die Sydney Sundancer das Riff .Die Freude, uns wieder zu sehen, war allseitig spürbar.

Am Abend wurden wir auf der Sundancer, auf der noch weitere Freunde aus Sydney zu Gast weilten, verwöhnt. Lynne verstand es, aus der Bordküche das Unmögliche hervorzuzaubern.
Nach einem weiteren gemeinsamen Tauchgang am nächsten Morgen, trennten sich unsere Wege wieder.
Unser Ziel war das nordöstlich liegende Line Reef.
Während sich die Crew der Sundancer zu einem weiteren Tauchgang aufmachte, wurde es für uns Zeit, sich mit dem starken Tidenstrom von bis vier Knoten auf den Weg zu machen.
In dieser von Untiefen und Riffen durchsetzten Gegend schätzten wir den GPS besonders. Mit dessen Hilfe ist es erst möglich, uns ohne übermässige Risiken, in solchen Gefilden zu bewegen.
Als wir am Abend den Ankerplatz im Line Reef erreichten, waren am Himmel dunkle Wolken aufgezogen. In der folgenden Nacht hatten wir seit Wochen die ersten ergiebigen Niederschläge.
Auf etwa eine Meile Distanz war der Wasserfall zu beobachten, der bei unserer Ankunft seine maximale Höhe erreichte.

Dieser Wasserfall bildet sich im Hardy Reef, das nur eine einzige schmale Öffnung aufweist. Ist die Tide bis auf Riffhöhe abgefallen, entleert sich das Hardy Reef ausschliesslich durch diese Öffnung. Da wir an diesem Abend Vollmond hatten, fiel die Tide bis zum Kartennull, was die größtmögliche Höhe des Wasserfalles ausmachte.
Das Schauspiel war durch das Fernglas zu beobachten, für Fotos war die Distanz jedoch zu groß.

Beim richtigen Tidenstand ist es möglich das Riff durch diese Passage zu entern.
Am nächsten Morgen hatte sich die Wettersituation nicht spürbar gebessert. Da der Wind zusehends auf Nord - Nordost wechselte, und die Riffs dafür keinen Schutz boten, machten wir uns auf den Weg zum 45 sm entfernten Bowen.
Nach unseren Einkäufen besuchten wir den Segelclub. Bei dieser Gelegenheit ‚halfen' wir, einen Segler zu verabschieden, der fünf Wochen zuvor in der Club Marina eingetroffen war, und anschliessend für die Dauer der olympischen Spiele dort hängenblieb.
Während wir uns bestens unterhielten, taten wir uns an den angebotenen Speisen gütlich.
Der Segler offenbarte uns, dass es seine Absicht war, weiter Nordwärts zu segeln. Aufgrund seines Hängers, sei nun aber höchste Zeit umzukehren. Unterwegs wolle er einen kranken Freund besuchen, und dann rechtzeitig zum Weihnachtsfest in Coffs Harbour sein. ..... So verschieden laufen unsere Uhren........ Während vor uns das nördliche Barrier Reef darauf wartet, erkundet zu werden, ist unser Freund "eilig" südwärts unterwegs, um dann sicher das Weihnachtsfest in Coffs Harbour nicht zu verpassen.

   
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