BLUE
PEARL
01. Dezember 2004
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Lord Howe Island
Schon in der Morgendämmerung waren die Felsmassen der Neunhundertvierzig Meter hohen Insel Lord Howe auszumachen.
Zwei Stunden später sichteten wir den weissen Schwell, der sich an dem im Westen der Insel vorgelagerten Riff brach.
Ankommende Jachten haben sich hier bei der Hafenautorität zu melden, aber noch bevor wir uns bemühten, hatte uns der Hafenmeister ausgemacht und aufgerufen.
Wenig später, hatte er uns durch die bei dem vorherrschenden starken Nordwestwind geschlossen wirkende Brandung, "die Nord Passage" gelotst. Um 08.15 Uhr lagen wir laut dem Eintrag in das Logbuch, sicher an der Mooring im Innern des Riffs.
Selbst hier im Schutz des Riffs, stand der Schwell derart hoch, dass wir es vorzogen, mit dem Landgang noch etwas zu warten.
Als wir uns dann kurz vor Mittag auf den ca. dreihundert Meter langen Weg zur Mole machten, mussten wir einiges an Spritzwasser in Kauf nehmen.
Aus der Sicht des Schiffes waren kaum Bauten auszumachen, selbst als wir später mit den gemieteten Bike's durch die Strassen der Insel fuhren, stellten wir fest, dass die meisten Häuser gut getarnt im Wald, oder hinter duzenden von Palmen versteckt lagen.
Palmen gibt es auf Lord Howe zu Tausenden, sie werden von der Kommune in Plantagen, und an jeder freien Stelle gepflanzt, gepflegt und in die ganze Welt exportiert.
Der Haupterwerb für die dreihundert Bewohner der Insel kommt jedoch aus dem Tourismus.
Die ca. drei bis vierhundert Gäste der Insel, auf der das ganze Jahr Saison ist, dürfen sich als Individualtouristen bezeichnen.
Ausser der kleinen Anzahl Wassersportler dürfte das Alter der Gäste mehrheitlich ab fünfzig sein.
Schon nach wenigen hundert Meter auf der geteerten Inselstrasse querte uns der Toyota Picup
der Polizei... Richard, der Anfang Jahr das Amt des Polizeichefs übernommen hat, ist auch für die Immigration zuständig.
Für den Moment gab es da nichts zu tun, wir brauchen uns erst beim ausklarieren bei ihm zu melden. Freundlicherweise bot er uns an, auf die Brücke des Picup zu steigen, er wollte uns zu Wilson`s Bike Vermietung bringen, wo wir auch einen Schlüssel für Dusche und WC bekommen konnten.
Später erkundeten wir das Dorf, das nebst drei verschiedenen Kirchen, ein Museum, zwei Shops, zwei Banken einige Cafe's, einen Filmraum und vieles mehr, gut verteilt und versteckt auf der ganzen Insel zu bieten hat.
Nebst den zwei Tauchgängen, die unsere Erwartungen nicht ganz zufrieden stellen konnten, waren wir in den fünf Tagen unseres Aufenthalts viel mit den Bike's und zu Fuss unterwegs.
Wir besuchten die Wetterstation beim Flughafen, die sechzehn Stunden am Tag besetzt ist.
Laut der Wettervorhersagen, war ab Montag wieder mit Nord Nordostwind zu rechnen.
Somit war die Dauer unseres Aufenthalts auf der Insel bestimmt.
Nachdem wir am Montag allen Verpflichtungen nachgekommen waren, die Mooring bezahlt und ausklariert war, legten wir um halb elf von der Mooring ab und befuhren den Nord Channel durch das Riff, nach dessen Passage uns der Hafenmeister über Funk bestätigte, "ihr seid nun klar". Und uns eine gute Fahrt nach Neuseeland wünschte.
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BLUE PEARL
10. Dezember 2004 |
Lord Howe Island nach Neuseeland
Nach einer Stunde Fahrt unter Motor waren unsere Batterien voll geladen. Wir hatten die letzten Tage im Riff genügend Wind, so dass sich kaum Werte im Minusbereich bildeten.
Unter Segel konnte dann der Kurs auf die Nordinsel von Neuseeland nicht mehr gehalten werden. Nordostwind und bis zwei Knoten Strom in südliche Richtung veranlassten uns, Kurs auf die Cook Strait zwischen Nord und Südinsel anzulegen.
Am Mittwochnachmittag enterten wir das Zentrum des Hochs, in dessen Einfluss wir die letzten Tage mit Kurs, hoch am Wind unterwegs waren.
Als Folge der wechselnden schwachen Winde, liefen wir die anschliessende Nacht unter Motor.
Am nächsten Vormittag kam der erwartete Westwind auf. Nun endlich konnte mit raumem Wind Kurs auf das Nordkap von Neuseeland angelegt werden.
Wir hatten die Zeit unter Motor genutzt, und unsere Schleppangel ins Lee gesetzt. Schon nach kurzer Zeit liess sich ein Tuna von über zehn Kilo von unserem Köder verleiten.
Da wir den Bedarf von zwei Kilo Fillet nicht mit dem Abschlachten dieses grossen Fisches decken wollten, bedeutete das für den "Bigeye Tuna", der bis nahezu 200 Kilo schwer werden kann, die Freiheit.
Bereits vor Wochenfrist hatten wir wiederholt eine kapitale Dorade an der Angel, in deren Lee die Flosse eines kreuzenden Hais auszumachen war. Anscheinend war selbst für den Hai unser Fang um eine Nummer zu gross, so dass uns dieser nicht streitig gemacht wurde.
Obschon unsere Fangstatistik auf diesem Trip bald die fünfzig Kilo erreichen wird, hat aus oben genanntem Grund erst ein kleiner Bonito (Thunfisch), den Weg in die Pfanne gefunden.......
Am Abend des 11. Dezember sichteten wir "Three Kings Island", die knapp hundert Meilen nördlich des Nord Kap von Neuseeland liegen.
In der Nacht querten wir das Kap und noch vor der Morgendämmerung hielten wir Kurs auf Opua.
Am Samstag Abend um fünf Uhr machten wir in Opua am Quarantänesteg fest.
Wir hatten uns auf den Abend angemeldet, wurden aber erst am nächsten Morgen einklariert.
Hier in Neuseeland sind die Vorschriften bezüglich der Einfuhr von Nahrungsmitteln sehr streng.
Da wir jedoch aus Australien kamen wurden viele Lebensmittel die wir mitführten akzeptiert.
Von den Kartoffeln und Zwiebeln hatten wir uns bereits auf See verabschiedet. Das war der Grund, dass der Beamte von der Quarantäne nach einer weiteren Bilge suchte....
Doch letztlich wurden uns nur zwei Glas Honig und einige Früchte abgenommen.
Damit war die Quarantäne aufgehoben, und die gelbe Q Flagge konnte geborgen werden.
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BLUE PEARL
30. Dezember 2004 |
Wir erkunden die Nordinsel
Nachdem wir uns am vorletzten Tag des Jahres in Whangarei ein Auto gemietet hatten, galt unser erster Besuch der Westhaven Marina in Auckland. Die Anlage mit 1200 Jachten und deren Umgebung mit vielen Zubehör und Wassersportshops gilt als Zentrum von Neuseelands Jachtsport.
Die Spuren des letzten American's Cup sind hier noch allgegenwärtig.
Die eigens für die verschiedenen Teilnehmer erstellten Hallen sind neuen Zwecken zugeführt worden. Die neue Hafenanlage, die mit dem Cup in Betrieb genommen wurde, füllt sich allerdings nur langsam mit Jachten der höheren Preisklasse.
Bei dieser Gelegenheit besuchten wir verschiedene Segelmacher, deren Anlagen zum Teil computerisiert sind, so dass die wirkliche Handarbeit erst mit dem Zusammennähen der einzelnen vorgeschnittenen Teile beginnt.
Unser Grossegel ist nach nur vier Jahren im Einsatz, jedoch mit über 45000 Seemeilen vorzeitig gealtert. Unsere vor uns liegende Reise, die in die Roaring Forties führt, kann diesem spröden Tuch nicht mehr zugemutet werden. Zudem sollen Segel hier laut verschiedener Informationen einen Drittel günstiger sein als in Australien.
Eine Pumpendichtung wurde uns bei Yanmar für 50$ angeboten. Nach gezielten Rückfragen wurde uns das baugleiche Produkt von Johnson, "dem Pumpenhersteller" für $ 15 verkauft. Nachahmungen dürften einen Bruchteil dieses Preises kosten.
Trotz umsichtigem Einkauf und viel Eigenleistung, übersteigen die Instandhaltungs - Wartungs- und Betriebskosten der Jacht, unseren persönlichen Bedarf bei Weitem......
Am 31. Dezember erreichten wir Rotorua, wo wir uns an der grosszügigen Seeparkanlage in ein Motel einquartierten.
Am Abend wurde auf diesem Platz ein Openair Konzert aufgeführt,
Nachdem ein Platzregen das Areal zwischenzeitlich leergefegt hatte, sammelten sich die Zuschauer gegen Mitternacht wieder auf dem Platz, wo das Wasser zum Teil noch knöcheltief lag.
Punkt zwölf Uhr wurde dann das neue Jahr mit einem grandiosen Feuerwerk begonnen.
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