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BLUE PEARL
09. April 2005

Ankunft in Tahiti
Bei uns verschob sich die Ankunft vom Sonntag auf den Samstag, was kaum weiteren Einfluss hatte, da wir erst am Montag einklarieren konnten. Am Montag bei der Immigration, wurde von uns ein Depot von 3000 US$ verlangt. Ohne weitere Hinweise wurden wir auf die Piste geschickt. Wir stellten uns vor, dass wir ein Konto eröffnen mussten, um dann von unserer Hausbank die geforderte Summe darauf einzahlen zu lassen.

Von den ersten drei Banken wurden wir abgewiesen. Bei der vierten Bank wurden wir nach entsprechenden Abklärungen an das Mutterhaus in der Stadt verwiesen. Das Prozedere erwies sich dann als einfach...... Wie bei einer Autovermietung sollte uns über eine Kreditkarte der entsprechende Betrag auf dem Konto gesperrt werden, worauf die entsprechenden Beläge als Sicherheit verwendet werden konnten.

In der Folge zeigte sich, dass Anitas Visa Card keine Sicherheit hergeben wollte. Auf ihrer Master Karte konnte der halbe Betrag verpfändet werden. Am nächsten Tag versuchten wir es mit meiner Visa Card, aber auch mit negativem Ergebnis. Nach der Kontaktaufnahme mit Visa, wo uns bestätigt wurde, dass von der Bank Sorcredo keine Anfrage auf unser Konto erfolgt sei, war die Bank bereits geschlossen.

Am nächsten Tag wurde die Situation nicht besser, der Automat der Bank, wollte unsere Karte nicht akzeptieren. Frustriert machten wir uns mit der halben Kaution auf den Weg zum Einklarieren. Ein Beamte hörte sich unsere Geschichte an, und noch bevor wir geendet hatten, nahm er die Einklarierungspapiere zur Hand, um diese für uns auszustellen.

Die zum Teil fehlende Sicherheit war ihm kein Kommentar wert. Nun waren wir in der Lage, uns frei in der polynesischen Inselwelt zu bewegen. Doch wir sind auf der Durchfahrt. Die Ersatzteile die für den Autopiloten, und die neue Schraubenwellendichtung hierher geliefert werden, bestimmen die Länge unseres Aufenthaltes auf Tahiti und Moorea. Mit der Bestellung der Schraubenwellendichtung, die am selben Tag, als der Autopilot sich verabschiedet hatte wieder zu lecken begann, hatten wir auf Anhieb Erfolg.

Vetus in Holland versprach uns, das entsprechende Teil nach Tahiti zu senden. Mit dem Lager für den Autopiloten war es schwieriger. Die meisten Anfragen wurden nicht erwidert. Fragten wir nach dem Linerardrive, als ganze Einheit, kam die Antwort umgehend, mit dem entsprechenden Preis von 2000-2500 US$

Am 12. April erhielten wir dann von Udo aus Kapstadt zur Antwort....  

Hallo ihr beiden Weltenbummler, das Problem kann gelöst werden, ich kann euch das Lager besorgen“.

Damit lief der Counttown, und es wird bloss eine Frage der Zeit sein, wann die BLUE PEARL bereit für die Weiterreise sein wird.


 
BLUE PEARL
09. April 2005

Tahiti
Die Hauptinsel von Fanz. Polynesien hat eine Fläche von ca. 1000 km2, und derzeit 132 000 Einwohner. Der höchste Berg, der Mt. Orohena 2241 Meter hoch, ist meistens mit einer Wolkenkappe versehen.

Die Insel ist in Küstennähe mit einer Strasse gesäumt, und lässt sich mit seinen 120 Km Umfang leicht in einem Tag erkunden. Tahiti Nui ist von vulkanischer Herkunft. Ihr ist eine kleinere Nebeninsel (Halbinsel) Tahiti ITI angehängt, die nur durch eine schmale Zone mit der Hautinsel verbunden ist.

Tahiti ist sind von einem Riff gesäumt, verfügt jedoch über gute Häfen, die durch Passagen im Korallengürtel auch von grossen Schiffen angelaufen werden können. 70% der Bevölkerung Französich-Polynesien, leben in Tahitis fruchtbaren Küstenregionen, wobei der trockenere und windgeschützte Nordwesten am dichtesten besiedelt ist.

In diesem Küstenabschnitt liegt Papeete mit 24 000 Einwohner, die Hauptstadt und zugleich wirtschaftliches und politisches Zentrum von Französisch Polynesien. Die Einrichtung des Kernwaffenversuchszentrums verstärkte in den 60er und 70er Jahren die Abwanderung von den äusseren Inseln in die Stadt gewaltig.

Dazu schreiben die in Australien lebenden Kurt und Ingrid Maring, die in den Tuamotus Inseln mit dem 30 Meter langen Tauchschiff „Traumschiff“ Tahiti Aggressor unterwegs waren........

Seit der Entdeckung hat das Inselreich um Tahiti seine Besucher aus dem fernen Europa verzaubert. 1789 haben Fletcher Christian und Konsorten Herz, Kopf und Ehre verloren und dem Captain Bleigh und seinem König die Bounty geraubt, nicht etwa um sich zu bereichern, sondern sie wollten nicht mehr weg vom Paradies. Bis zur heutigen Zeit ist Tahiti ein Traumziel für Fernwehleidende geblieben, dennoch hält sich der Besucherstrom von 250'000 Gästen pro Jahr in Grenzen. Leider haben die skrupellosen französischen Machthaber dem Inselreich durch ihre hirnverbrannten Atombombentests eine böse Delle zugefügt. Das Gebiet von Französisch Polynesien ist zwar so ausgedehnt wie ganz Europa, aber das muss man sich vorstellen: Sie wohnen in Berlin und Wahnsinnige lassen bei Rom 160 Atombomben platzen. Nachdem das Testatoll Moruroa in den Tuamotus unerwartet (!) zerbrach sind sie einfach ins nächste Atoll gezogen. Ein Verbrechen der menschlichen Zivilisation! Nur die kranken französischen Militärs und ihre arroganten Politiker wissen welche Kurzzeitschäden sie durch ihre bodenlose Dummheit der Natur beigefügt haben. Ein absoluter Tiefpunkt der menschlichen Kultur! Aber das übrig gebliebene ist immer noch etwas vom Schönsten, das ein tauchender Tourist erleben kann.

Wir leben uns schnell in der Region um Papeete ein. Von unserem bevorzugten Ankerplatz vor der Marina Taina sind es per „Truck“ zwanzig Minuten in die Stadt.

Ganz in der Nähe findet sich ein Einkaufzentrum, wo alles für den Alltag zu finden ist. Die Preise sind hier für unsere Begriffe schwer nachzuvollziehen. So kaufen wir Emmentaler in bester Qualität für 11 Franken das Kilo. Ein Baguette kostet 50 Rappen...

Gestern hatten wir nicht aufgepasst, und etwas Zopfähnliches gekauft. Die 690 polynesischen Francs waren nicht etwa einen Franken, nein der vierhundertgrämmige „Leckerbissen“ in seiner Langzeitverpackung, schlug mit fast 10 Franken zu Buche!
Damit ist die Preisskala mit der hier zu rechnen ist, am besten aufgezeigt.

Die Trucks „Kleinbusse, mit Holzaufbau, auf deren Holzbänke zwischen achtzehn und fünfzig Personen Platz finden“ werden hier vorwiegend von der Polynesischen Bevölkerung, den Maohis benutzt. Dennoch fühlen wir uns in diesen Kleinlastern wie zu Hause...

In Südafrika oder Südamerika sind Trips in den „Einheimischen“ Personentransportern stets mit dem Risiko verbunden, mit leeren Taschen, oder noch geschädigter am Ziel angeliefert zu werden......

Die Bevölkerung ist in allen Schichten, sehr freundlich. Die Menschen, die Trucks benutzen, bilden die sozial schwache Gruppe der Insel, da ihnen die Mittel fehlen, sich am allgemeinen Verkehrsgedränge mit eigenen Vehikeln zu beteiligen.

Ja; es gibt sie, die polynesischen Schönheiten mit der hinter das Ohr gesteckten Blüte. „Etwas seltener, als gemeinhin angenommen“. Auf der Insel sorgen die ganzjährige Konjunktur in Bautätigkeit und Tourismus, dass es keine Bettler und nicht übermässig viel Kriminalität gibt.

Am Abend flitzen die Polynesier in ihren Kanus mit Ausleger an der vor Anker liegenden BLUE PEARL vorbei. Sie finden im innern des Riffs, wo kaum Schwell aufkommt, beste Voraussetzungen für ihren Sport.

Ob im Einer, oder Achter, die athletischen Figuren der Männer lassen auf ihr ausgewogenes Körperbewusstsein schliessen. Das wiederum zeigt mir auf, wie es um meine eigene Muskelmasse steht, und erinnert mich daran, trotz der grossen Hitze, an meinem nicht jünger werdenden Body zu arbeiten.
Über das Surfen, den traditionellen polynesischen Sport, haben wir im Weiteren gelesen.......

Die Polynesier waren nicht nur überaus fähige Navigatoren, sondern auch Meister im Wellenreiten. Sowohl in Hawaii als auch auf den Gesellschaftsinseln vergnügten sich Männer, Frauen und Kinde rauf den Surfbrettern. Kapitän Cook und Josef Banks beobachteten staunend, mit welcher Fertigkeit und Ausdauer die Inselbewohner ihr Spiel mit den Wellen trieben. Im Zuge der Christianisierung wurden Tänze, Sport und Spiele der Maohi verboten. Während die Steine der Marae (Tempel und mystische Plätze) beim Bau von Kirchen Verwendung fanden, wurden aus Surfbrettern Tische und Bänke für die Schulen geschreinert. Das Surfen geriet völlig in Vergessenheit. Fast 200 Jahre vergingen bis ein Maohi die Kunst des Wellenreitens für die Tahitianer wieder entdeckte – 1954 nach einem Aufenthalt in Hawaii, wo die Sportart schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts ihre Renaissance erlebt hatte.

Als zehn Jahre später auf Tahiti der erste Surfclub ins Leben gerufen wurde, war das Wellenreiten in Kalifornien schon lange als Sport der Beachboys avanciert. Im Jahr 1986 jedoch ging der Titel der Junior World Campion an einen jungen Tahitianer. Vier Jahre später stand Hejfara Tahutini als World Campion auf Platz eins der Weltrangliste im Surfen. Die Maohi können sich wieder zu den Meistern des Wellenreiten zählen.

 
BLUE PEARL
27. April 2005
Befund

Die positive Antwort von Udo aus Kapstadt hatte sich inzwischen relativiert... Das Lager für den Lineardrive ist nicht zu bekommen, aber Udo bleibt am Ball.

Die Schaftdichtungen von Vetus sind noch nicht eingetroffen.

Inzwischen war auch die Ankerwinsch blockiert. Da wir keine weitere Sendung nach Tahiti in Auftrag geben wollten, verzichteten wir darauf , neue Zahnkränze zu bestellen. Nach gründlicher Reinigung läuft die Winsch zurzeit wieder perfekt.

Den Autopiloten haben wir zur Not repariert... Eine Teflonbüchse ist dort eingepasst, wo einst das Lager platziert war.

Die Testfahrt von Tahiti nach Moorea, verlief sehr zufriedenstellend.

Es juckt mich, die Reise in den Norden, ohne die neuen Schaftdichtungen fortzusetzen, trotzdem die Wartezeit hier abgesehen von der Hitze, nicht unangenehm ist, sind wir auf unseren Zeitplan bereits um Wochen im Rückstand.

Die Rechnung wird uns präsentiert, wenn wir an den schönsten Atollen und Riffen entlang dem Äquator, nonstop vorbeisegeln müssen.

   
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