BLUE PEARL
05. Februar 2005 |
Unser Aufenthalt im Hauraki Gulf vor Auckland
Wir hätten nie gedacht, dass wir auf der Reise mit der BLUE PEARL derart viele Städte auf verschiedenen Kontinenten besuchen würden.
In Grossstädten wie New York und Sydney fanden wir an günstiger Ausgangslage mitten im Zentrum Liegeplätze, die als Basis für längere Aufenthalte bestens geeignet waren.
Die Erkundung der jeweiligen Städte, basiert speziell in den ersten Tagen unseres Aufenthaltes auf Botengängen. Vorräte müssen ergänzt, Reparaturwerkstätte für defekte Ausrüstung ausfindig gemacht und aufgesucht werden. So sind wir dann täglich viele Stunden zu Fuss, Bus und U-Bahn, oder Tram unterwegs.
Hier in Auckland blieb uns genügend Zeit, um den grossen Hauraki Gulf und die Stadt zu erkunden.
Nachdem wir Great Barrier und Waiheke Island, sowie einige weitere Inseln besucht hatten, fanden wir mit der Halfmoon Bay in der Mündung des Tamaki Rivers eine weitere Möglichkeit die BLUE PEARL zu ankern, um weitere Teile der Stadt zu erkunden.
Am 3. Februar wurden wir dann allerdings durch den vom starken Nordwind erzeugten Schwell derart gebeutelt, dass wir es vorzogen, die BLUE PEARL in die im Westen der Harbour Bridge liegende Little Shoal Bay zu verholen.
Dort erhofften wir uns von der Landzunge, auf der die Anfahrt zur Brücke verläuft, besseren Schutz gegen den zunehmenden Nordostwind.
Da der starke Tidenstrom aber die Jacht oft quer zum Wind stellte, bot sich uns auch in dieser Bucht kein ruhiges liegen. (Hier in Auckland verzeichnen wir einen Tidenhub von zum Teil über drei Meter.) Es sind riesige Wassermengen, die sich da im Rhythmus von sechs Stunden Bucht ein - oder auswärts bewegen. Wir hatten es versäumt, bei guten Verhältnissen, einen entsprechend geschützten Platz aufzusuchen.
So erkundeten wir den Stadtteil Northcote, jedoch immer mit einem Auge auf die Jacht, da wir trotz genügend vorgelegter Kette nicht ganz sicher waren, dass der Anker im weichen Mud uneingeschränkt hält.
So fügen sich die von uns erkundeten Gebiete, wie Teile eines Mosaiks zusammen, und das was anfänglich für uns unbekannt und oft abweisend wirkt, bietet unserem Schiff dann Schutz und uns das Gefühl zu Hause zu sein.
Wir verwenden gegenseitig oft das Wort "zuhause", und können uns darunter zurzeit kaum etwas anderes vorstellen, als die Geborgenheit der BLUE PEARL.
Oft aber überkommt mich (in der Regel immer zuerst) das Gefühl, nun genug gesehen zu haben...... Uns ist bewusst, dass die verborgenen Schätze vieler Orte geradezu unerschöpflich sind. Da uns jedoch nichts an einem bestimmten Ort hält, und wir keine langfristigen Pläne hegen, fällt es uns leicht, dem Fernweh nachzugeben. Wir beeilen uns dann, die Pendenzen aufzuarbeiten, oder diese auf später zu verschieben, um mit der nächsten für unser Vorhaben geeigneten Wetterlage abzulegen.
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BLUE
PEARL
06. Februar 2005
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Die Zeit in einer anderen Dimension
Für Fahrtensegler bekommt die Zeit ein neue Dimension... Es sind nicht mehr die Stunden und Tage, die unsere Zeitrechnung bestimmen, nein, heute sind es die Monatskarten, aus denen die Zyklone, oder Hurrikansaisons in den vor uns liegenden Gebieten bestimmt werden können.
Auf jeder Route zeigt sich nach dem Studium dieser Karten, der logische Zeitablauf.....
Verzögerungen haben oft zur Folge, dass die Weiterreise in die gewünschte Richtung um eine ganze Saison (ein Jahr) verschoben werden muss. Andernfalls müsste das Vorhaben neu definiert und den Verhältnissen angepasst werden.
Dabei zeigt sich, dass unsere Route in Nordpazifik ab Anfang September vermehrt von schweren Stürmen heimgesucht wird. Laut der Monatskarten sollen im August einen bis zwei, und im September durchschnittlich deren vier bis sechs Stürme mit mehr als Windstärke 8 aufkommen. Grundsätzlich aber können sich im Nordwestpazifik das ganze Jahr Zyklone bilden.
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BLUE PEARL
06. Februar 2005 |
Die Route Nordwärts
Von Anfang März bis Ende August bleiben uns sechs Monate, "viel zu wenig" um die sehr interessante Route, von 30`000 Kilometer, oder 16`600 Meilen quer durch die Südsee zu befahren. Aber auch hier bleibt uns nur die Wahl zwischen einem halben, und anderthalb Jahren.
Um diese sechs Monate Zeit (anstelle von vier Monaten) für die nächste grosse Etappe zu gewinnen, haben wir uns dazu entschieden, die Reise von dem auf der Südinsel liegenden Ort Christchurch, in Richtung Osten zu starten.
Auf ca. 45° Süd werden wir bis 150° West ** segeln, und dann Kurs Nord nach Tahiti anlegen. Weiter geht es dann zum Aequator.
Damit segeln wir ca. 2`700 Meilen in den Roaring Forties, umsegeln aber Zyklone gefährdete Gebiete. Ende April werden wir die Distanz von etwa zehntausend Kilometer oder 5`500 Seemeilen, und somit genau einen Drittel der Gesamtdistanz hinter uns gebracht haben.
Erst um diese Zeit "könnten" wir von Neuseeland in Richtung Norden starten.
Mit der Änderung unserer Route wird die Distanz länger, es bleibt uns aber beträchtlich mehr Zeit unterwegs, speziell im Bereich des Aequators.
Mit den nördlichen Cook Inseln, der Phönix Inselgruppe, den Marshall Inseln, den Caroline und den Mariana Inseln, gibt es duzende von Riffs - Atolls und Lagunen, deren Besuch sich lohnt.
Bei den Stützpunkten Truk und Guam sollen viele Wracks aus dem zweiten Weltkrieg liegen.
** Bis Kap Hoorn, und einer kompletten Weltumseglung in diesen Breiten, "fehlen" uns ab dieser Position nur noch 3`000 Seemeilen.....
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BLUE PEARL
14. Februar 2005 |
Tauranga
Am Montag dem 7. Februar verholten wir uns in die Westhaven Marina, wo wir am Mittwoch das neu angefertigte Grosssegel übernahmen.
Beim Versuch das Unterwasserschiff zu reinigen, erkannten wir, dass das Antifouling nach nur einem halben Jahr, in derart desolatem Zustand ist, dass dieses noch vor unserem Aufbruch in den Norden, erneuert werden muss.
Tauranga schien uns der geeignete Platz, da die Auswasserungskosten und die Standzeit an Land, im Vergleich günstig sind.
Unterwegs in einer Front mit dreissig Knoten Wind, zeigte unser Autopilot nach vielen Tausend beschwerdelosen Meilen seine ersten Macken.
Es gilt nun, die Ursache zu finden, um den Schaden noch vor unserer Weiterreise zu beheben.
In Tauranga trafen wir wiederholt auf unsere Freunde Helene und Bruno mit der HELENA ZWO. Seit wir uns letztes Jahr in Coffs Harbour kennengelernt haben, hatten sich unser Wege bereits schon in Opua gekreuzt.
Auf Ende Woche ist das Auswassern vereinbart. Sobald das Schiff wieder eingewassert ist, und wir die bestellten Seekarten an Bord haben, werden wir in Tagesetappen in Richtung Süden segeln.
Nach dem Besuch von Wellington und den Marlborough Sounds im Norden der Südinsel, werden wir uns bei geeigneter Wetterlage, in Richtung Osten auf den Weg machen, womit unsere nächste Teiletappe nach Vancouver beginnt.
Wir werden uns etwa Mitte April vom Äquator mit einem ausführlichen Bericht wieder melden.
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