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BLUE PEARL
01. Januar 2005

Die heissen Quellen von Wai-o-tapu
Eindrücklich waren die kochenden Schlammtümpel, Geyser und verschieden farbigen Seen, deren Farben durch besondere Elemente und Verbindungen z.b. gelb = Schwefel verursacht werden.
Dabei wurden wir Zeuge einer Eruption eines Geysers..... Für den Eintrit von 20$ wurden wir mit dem Auto auf einen entfernten Parkplatz gewiesen, wo selbst am Neujahrsmorgen bereits an die hundert Personen in einer eigens dafür gebauten Arena auf das anstehende Ereigniss warteten. Punkt 08.15 wurde mit einem chemischen Mittel, das in die Öffnung des Geysers gegeben wurde, die Eruption ausgelöst.... War das nun Dienst am Kunden, oder Vera......??

Nach einer Wanderung rund um den Lake Rotopouamu, wo wir am frühen 2. Januarmorgen noch kaum auf Mitstreiter trafen, machten wir uns auf den Weg zurück an die Ostküste.
In Tauranga logierten wir in einem Bed & Breakfest, wo die Hausbesitzer, Janette & Buddy, für neue Masstäbe sorgten...
"Das perfekte Haus", das den jeweiligen Gästen selbstlos zur freien verfügung gestellt wird....

Wir logierten dort zwei Nächte, und fühlten uns schon bald wie zu Hause.
Die Niete hatten wir uns einen Tag zuvor gezogen, mit einer Motelunterkunft auf einem Zeltplatz, wo wir uns in durchgelegenen Betten durch die Nacht quälten.
Am zweitletzten Tag querten wir die Cormandel Halbinsel. Dabei trafen wir auf einen Zigeunermarkt.
Alle Teilnehmer präsentierten ihre Ware vor schweren, zum Teil uralten Lastwagen, deren Aufbauten "ihre Wohnstätten" aus Holz gebaut, verziert und bemalt waren.
Unter den Betreibern fanden sich verschiedene Originale, die den Besucher in ihren Bann zu ziehen wussten.

Am 12. Januar lösten wir die BLUE PEARL von den Piles in der Town Marina und hielten Kurs auf den Parry Channel. In den letzten Tagen war Neumond und die Tide nahezu auf Kartennull gefallen. Dabei ist unsere Jacht, deren Kiel sich bei Niedrigwasser in den Schlamm geschoben hatte, nun wirklich aufgestanden.
Wir waren in guter Gesellschaft, denn auch die meisten vor uns liegenden Jachten standen auf Grund.

 
BLUE PEARL
08. Januar 2005

Neuseeland / Whangarei
Nach einigen Tagen Aufenthalt im Hafen von Opua, machten wir uns auf den Weg nach Whangarei. Seit wir in Neuseeland eingetroffen sind, hatten wir vorwiegend Tiefdruckzonen aus dem Westen, deren Zentrum für diese Jahreszeit viel zu weit im Norden über Neuseeland ziehen. Damit reichen die Hochs mit dem gewünschten schönen Wetter kaum zum Nordkap von Neuseeland
Das damit verbundene Regenwetter kann uns allerdings nicht viel anhaben, da wir Outdoor-Aktivitäten auf die regenfreie Zeit verschieben.
Für die Bewohner der Insel fallen damit aber die Sommerferien sprichwörtlich ins Wasser.

Am Sonntag den 19. Dezember ankerten wir im Whangamumu Harbour, einem sicheren Naturhafen. Zu dieser Zeit lagen bereits einige Ankerplätze "Tite Bay Waipiro Bay" hinter uns. Am frühen Nachmittag hatten wir das bekannte "Hole in the Rock" gequert, das täglich von vielen Ausflugschiffen besucht und befahren wird.
Unweit davon lag am Fusse eines Berges ein Katamaran auf den Felsen. ....Von ihm wurden am Vortag sechzig Gäste abgeborgen, nachdem der Skipper über das VHF Radio "Mayday.. hard on the Rock" gemeldet hatte.
Unser nächstes Ziel, die "Akura Bay" lag nur ca. 11 Seemeilen südlich und konnte zwischen zwei durchziehenden Tiefs, ohne dabei nass zu werden, angesteuert werden. Am Abend verholten wir uns weiter in eine Bucht, in den Wangaruru Harbour. Vielerorts werden sichere Ankerbuchten "Hafen" genannt.....Wie schon oft, trafen wir auch an diesem Ort nicht auf weitere Jachten.

Am Mittwoch dem 21. Dezember lagen wir im kleinen Hafenbecken Tutukaka.
Der Wetterbericht hatte für den nächsten Morgen Sturm mit bis 35 Knoten angesagt. Das war der Grund, dass wir bereits um sieben Uhr den Anker lichteten, und uns auf den Weg nach Whangarei machten. Tatsächlich erreichten wir die Einfahrt in die grosse Bucht noch vor dem schlechten Wetter. Da die Tide auslaufend war, und bei niedrigem Wasserstand der letzte Teil unseres Weges nicht befahrbar ist, ankerten wir in der "Smugglers Bay, wo neben uns ein Fischer und eine weitere Jacht lag.
Drei Stunden später wurden wir durch die ersten Windböen aus dem Schlaf gerüttelt. Es war nun an der Zeit das letzte Stück, den "Whangarei Harbour", eine über zehn Meilen tiefe Bucht in Angriff zu nehmen.
Wir hatten nun Strom mit uns, aber der Westwind, der nach den ersten Böen nun bereits auf Sturmstärke aufgefrischt hatte, machte aus den letzten Meilen einen Trip, gegen zum Teil brechende Wellen, die sich in dieser untiefen Bucht kurz und steil vor uns auftürmten.
Nach zwei Stunden wurde die Bucht zum River...die Wasserfläche verhielt sich im Schutze der nahen Ufer nun wieder ganz manierlich.
Allerdings war nun die gut markierte Route derart untief, dass wir oft den weichen Grund unter dem Kiel spürten, wobei wir keine Möglichkeit hatten, diesen Stellen auszuweichen. Doch da die Tide noch auflaufend war konnten wir hoffen, bei einem Aufsitzer wieder aus eigener Kraft freizukommen.

In der Folge erreichten wir die Town Basin Marina mitten in Whangarei ohne Zwischenfälle.
Wir verholten uns an die uns zugeteilten Pile Berths, und waren damit für Weihnachten gerüstet.
Da am Weihnachtsabend die angesagte Party ausblieb, verliefen die Festtage für uns so gewohnt und ruhig wie auf See.
Am Mittwoch dem 30. Dezember mieteten wir uns ein Auto, so wollten wir die Liegezeit im Stadthafen von
Whangarei nutzen, um das Land und einen Teil der vier Millionen Einwohner kennen zu lernen......

 
BLUE PEARL
13. Januar 2005

Great Barrier Island
Nach einer Nacht am Anker in der Urquharts Bay, erreichten wir am 13. Januar Port Fitzroy, eine grosse wettergeschützte Bucht, an der Westküste von Great Barrier Island. (Viele Orte und Buchten haben die reinsten Zungenbrecher als Namen, was ausschliesslich auf Neuseelands Urbewohner zurückzuführen ist. Die Maoris sind hier viel stärker verankert und akzeptiert, als es die Aborigene in Australien sind.)
Die nächste Nacht verbrachten wir in der Wairahi Bay. Ein Erkundungstrip an Land führte uns zum Anwesen von Steven Stellin. Aus der Kanukapflanze, die wir dort wildwachsend als Sträucher, oder kleine Bäume vorfanden, gewinnt er täglich bis 1,5 Liter Kanuka-Oel.
Die Produktionsanlage ist uralt und wirkt durch verdampfen, wobei das dadurch gewonnene Oel nach dem kondensieren auf dem Wasser schwimmend, abgeschöpft werden kann.
Nachdem er uns durch den Betrieb geführt hatte, bot er in seinem offenen Shop verschiedene Präparate, die als Allerheilmittel wirken sollen, zum Kauf an.
Die kleinen Dosen waren durch das lange Liegen, derart in Spinnennetze eingewoben, dass sie auch durch kräftiges Rubbeln an seinen dürftigen Trainerhosen, deren eine Naht auf die ganze Länge offen war, nicht sauber zu kriegen waren.

Mit einem zusätzlichen Hauch auf den Deckel einer Dose, die er zur anschliessenden Kontrolle in das Gegenlicht hielt, überspielte er die peinliche Situation galant......
Die Aussicht von dem über 200 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Hügel, von dem er die Pflanzen für die Produktion der Öle schneidet, war unvergleichlich. Rund um uns hatten wir Einsicht in viele Buchten der Insel. Ein Bild der Harmonie, das für immer in Gedanken erhalten bleiben sollte.....
Nach dem Besuch weiterer traumhafter Ankerplätze, erreichten wir am 22. Januar Auckland, wo wir uns in die Westhaven Marina verholten.
Bei dieser Gelegenheit ergänzten wir unsere Wasser - Gas und Treibstoffvorräte, und gaben bei Quantum das Grosssegel in Auftrag.

 
BLUE PEARL
22. Januar 2005

Auckland und der American's Cup
Auckland Stadt der Segel, lesen wir im Visitercenter. Kaum woanders auf der Welt wird das Segeln mit der selben Leidenschaft betrieben wie hier in Auckland....
Mit der Hälfte der mehreren tausend Jachten, die in den verschiedenen Marinas liegen, wird aktiver Racesport in allen Klassen betrieben.
Die grosse Bucht vor Auckland bietet ein einzigartiges Eldorado für den Segelsport. Eine Arena, die für die Austragung des American's Cup wie geschaffen ist.
Der Verlust des Titels an das kleine Binnenland Schweiz muss die Bevölkerung, insbesondere die im Jachtsport Aktiven, bis ins Innerste getroffen haben.
Hier unmittelbar in der Metropole spüren wir die „freundliche“ Zurückhaltung, der roten, weissgekreuzten Flagge gegenüber.

Ab und zu ruft ein Jachtie, der unseren Kurs kreuzt „Wir holen ihn uns zurück“ oder ähnliches.
Selten ist der Kontakt so offen und unbelastet, wie wir es in Australien täglich erlebt haben.

Tatsächlich hatten wir kaum mitgekriegt, was sich da im American's Cup abgespielt hatte, und über Nacht sind unseren meist übergewichtigen schwimmenden Heimstätten auch keine Flügel gewachsen. ....Für uns bleibt alles beim alten.....
Trotz der vielen Meilen die Fahrtensegler hinter sich bringen, sind die meisten angehörigen dieser Gilde nicht weniger faul als andere Erdenbürger.
Distanzen unter zehn Meilen werden unter Motor bewältigt. Ab und zu setzt man bei günstigem Wind die Genua, die schnell wieder weggerollt ist. Wer würde sich die Mühe machen, dafür die Persenning vom Grosssegel zu nehmen, und später das Segel neu zu stauen..... Und letztendlich können unter Motor die Batterien auf Vordermann gebracht werden.
Eine Fahrtenjacht müsste bequem zu handeln sein. Die Rollgenua ist Standard.
Das durchgelattete Grossegel in einen Rollbaum gestaut, wie man es immer öfter sieht, würde den selben Komfort bringen, wie wir ihn mit der Genua schon lange geniessen.
Dazu ein hydraulischer Baumniederholer, der, wie ich an einer altgedienten Americanscupjacht hier im Hafen gesehen habe, eine Dirk überflüssig macht.
Eine zusätzliche Selbstwendefock unmittelbar hinter der Genua angeschlagen würde die Jacht unter Segel sehr viel wendiger machen...... In Zukunft würden wir unter Segel, anstelle des knatternden Diesels durchs Ankerfeld kreuzen.
Das alles ist nicht neu, doch auf die Frage nach der richtigen Wahl der Technik gibt es unzählige Antworten....

 
BLUE PEARL
25. Januar 2005

Hauraki Gulf
Nach einigen Besuchen in der City zog es uns wieder hinaus in den Gulf, wir wollten die zwei Wochen Lieferzeit für das neue Grosssegel nicht im Hafen absitzen.
An der Westküste von Waiheke Island fanden wir in der Matiatia Bay besten Schutz gegen den zurzeit vorherschenden Südostwind.
In der Bucht befindet sich ein moderner Anleger für die stündlich verkehrenden grossen Fähren, die den zehntausend Bewohnern der Insel Anschluss an das Festland bieten, dabei aber auch einiges an Schwell, für die dort am Anker liegenden Jachten mit sich bringen.
Auf der Insel finden sich einige kleine Orte, sowie ein Supermarkt, den wir per Bus bequem erreichen konnten.

Wir verbrachten viele Stunden mit Wanderungen entlang der Küsten und Klippen, mit bester Sicht auf die umliegenden Inseln, sowie auf Auckland.
Am Donnerstag wurde eine Skulpturenausstellung eröffnet, deren Pfad uns entlang der Klippen zu über zwanzig Skulpturen von ebenso vielen Künstlern führte.
Wir sahen eine aufwändig aus Aluminium gebaute Treppe, deren Stufen nach oben verjüngt in Richtung Festland wiesen, mit Titel „Der Weg zum Festland“. Ein Stück weiter fünf rote mit Gas gefüllte Ballone. Der Künstler brauchte einen halben Nachmittag, um sie mit dem Ruderboot an langen Schnüren. im seichten Küstenwasser zu platzieren.
Im Weiteren fand sich eine Anlage, die von der Küstenbrandung via Rohre Geräusche zu grammaphonartigen Trichtern leiten sollte. „Die Stimme des Herrn“, wie sie der Künstler nennt, blieb jedoch stumm.

Es ging wohl darum, die Besucher zum horchen zu bringen...
Am Samstag setzten wir über zur Rangitoto Insel, die sich vor kaum sechshundert Jahren, mittels einer Vulkaneruption aus der Bucht gehoben hatte.
Vor dreihundert Jahren wurde der Insel durch eine weitere Eruption einen Güpf von 259 Meter Höhe beschert.
Heute ist die Insel durchwegs mit Bäumen und Sträuchern bewachsen, es ist kaum zu glauben, dass die Insel nicht älter ist.

   
   
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